Odin und Ich

Odin begleitet mich schon eine ganze Zeit.

Nicht so, dass ich glaube, er sitzt irgendwo über den Wolken und beobachtet mich. Für mich ist Odin vielmehr ein Symbol. Eine Energie. Etwas, das mich immer wieder daran erinnert, meinen eigenen Weg zu suchen.

Manchmal gehe ich in den Wald, um Ruhe zu finden. Manchmal gehe ich dorthin, weil mir alles zu viel wird. Und manchmal gehe ich einfach los, ohne wirklich zu wissen, warum.

Gerade dort denke ich oft über Odin nach.

Odin war immer auf der Suche nach Wissen. Er wollte verstehen. Er wollte mehr erfahren, auch wenn der Weg dahin nicht immer einfach war.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum ich mich in ihm wiederfinde.

Ich habe in meinem Leben schon viele verschiedene Wege eingeschlagen. Manche davon waren richtig. Manche waren falsch. Manche habe ich wieder verlassen. Und wahrscheinlich werde ich auch in Zukunft nicht immer wissen, wohin mein Weg führt.

Aber vielleicht muss man das auch gar nicht.

Vielleicht geht es nicht darum, den ganzen Weg schon zu kennen.

Vielleicht reicht es manchmal, den nächsten Schritt zu gehen.

Für mich stehen die alten Götter deshalb nicht nur für Geschichten aus einer längst vergangenen Zeit. Ich sehe in ihnen Eigenschaften, Gedanken und Energien, die auch heute noch in uns Menschen stecken.

Und Odin steht für mich vor allem für eines:

Die Suche.

Nach Wissen.
Nach dem eigenen Weg.
Und vielleicht am Ende auch nach sich selbst.

Marcel Schtoiz